Warum Naturseife eine Renaissance erlebt

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Die Renaissance der Zero Waste Reinigung: natürliche Seife

Naturseife ist pures Zero Waste und damit wieder im Trend! Gemeinsam mit festem Duschgel und Shampoo ist die Seife wieder ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit gerückt. Und das ist gut so. Die Seife begleitet uns Menschen nicht ohne Grund schon seit mehr als 4500 Jahren. Aber was macht eigentlich richtige Naturseife aus? Was gibt es für Unterschiede und worauf sollte man beim Einkauf achten? Wie kann man die traditionelle Reinigung optimal für Haut und Haar anwenden und wie sollte Naturseife gelagert werden? Bist Du neugierig auf mehr? Dann bist Du hier richtig.

Die Renaissance der Naturseife

Was ist Naturseife?

Die Geschichte der Seifenherstellung

Seife entsteht, wenn sich Fette oder Öle mit einem basischen Stoff wie Asche oder Lauge mischen. Manchmal stelle ich mir vor, wie unsere Vorfahren vor vielen tausend Jahren gemütlich am Lagerfeuer saßen. Irgendwann fand jemand Bratfett, das in die Asche getropft war. So nahm die Entdeckung der erstaunlichen Eigenschaften dieser klebrigen Masse ihren Lauf.

Die ersten nachweisbaren Spuren der Seifenherstellung führen in das Gebiet des heutigen Irans. 2.500 v.Chr. wurde auf sumerischen Tafeln ein Rezept für eine Vorform der heutigen Seife festgehalten. Öle und Pflanzenaschen wurden nach diesem Rezept zu einer Art Heilsalbe vermischt. Von den Germanen ist überliefert, dass sie mit Seife ihr Haar stylten. Auf ägyptischen Wandbildern waschen Sklaven Textilien in Seifenlauge. Auch in der Bibel wurde Seife erwähnt. Dass Seife auch für die Körperreinigung nützlich ist, sollen aber erst die Römer im zweiten Jahrhundert n. Chr. entdeckt haben.

Feste Seife wurde im siebten Jahrhundert in Arabien erstmals erwähnt. Entlang der Seidenstraße wurde die feste Seife für die Reinigung der hochwertigen Seidenstoffe sehr geschätzt. Unter arabischem Einfluss und später dann durch die Kreuzrittern verbreitete sich das Wissen über die Seifenherstellung im gesamten Mittelmeerraum. Aleppo und Marseille wurden damals bedeutende Zentren der traditionellen Seifenherstellung. Sie haben sich diesen Ruf bis heute bewahrt.

Das Seifenreinheitsgebot

Genau wie für Bier gibt es auch ein Reinheitsgebot für Seife. Dieses wurde von Ludwig  XIV. am Ende des siebzehnten Jahrhunderts erlassen. Eine hochwertige Seife sollte demnach mindestens 72% Öl enthalten. Die klassische Marseiller Seife trägt eine auf diese Zeit zurückgehende Prägung. Sie bestätigt den Ölgehalt noch heute auf jedem Seifenstück.

Das für die Seifenherstellung nötige Soda wurde aus der Asche von Holz oder von See- und Strandpflanzen gewonnen. Frankreich bezog Soda aus Spanien. Doch im Zuge der Französischen Revolution wurde die Sodaversorgung immer schwieriger. Dem französische Chemiker Nicola Leblanc gelang es aber um das Jahr 1790 herum, Soda künstlich herzustellen. Damit machte er den Weg frei für die Massenherstellung von Seife.

Naturseife: das traditionelle Seifensieder-Handwerk

Kommen wir aber noch einmal zurück zum traditionellen Seifensieden. Dabei wird hochwertiges Pflanzenöl mit Asche bzw. Lauge vermischt, bzw. „verkocht“. Dieser Vorgang löst den Verseifungsprozess aus. Die Auswahl der Lauge entscheidet, ob eine Seife fest oder flüssig wird: Natronlauge liefert feste Seife, Kalilauge flüssige Seife. Sobald sich im Rahmen des Verseifungsprozesses der natürliche Bestandteil Glycerin abspaltet, ist die Rohseife fertig.

Die pflegende Wirkung der Naturseife wird durch den Grad der Überfettung bestimmt, d. h. durch den Prozentsatz an Ölen oder Fetten, die beim Verseifen nicht chemisch gebunden wurden.  Diese Öle und Fette können direkt in die Haut einziehen und dort ihre Wirkung entfalten. Durch die nachträgliche Zugabe von wertvollen Pflanzenölen wie Arganöl, Nachtkerzenöl oder Lorbeerbutter kann die Pflegewirkung noch verstärkt werden. Auch mit besonderen Zusätzen wie Honig, Pflanzenextrakten, Milch, Molke, Salz und Peelingpartikeln lassen sich Naturseifen verfeinern.

Bioseife für die Reinigung und zum Baden

Industrielle Seifenherstellung heute

Die industrielle Seifenfertigung hat mit dem traditionellen Herstellungsverfahren nicht mehr viel zu tun.

Industrielle Seifen werden aus destillierten Fettsäuren hergestellt und mit synthetischen Hilfsstoffen veredelt. Piliermittel erleichtern den Knetvorgang, Komplexbildner verhindern schnelles Rissigwerden der Seifenstücke. Oft wird als Enthärter und Feuchthaltemittel EDTA eingesetzt – ein Stoff, der als gesundheitlich bedenklich gilt.

Um die Haut nicht auszutrocknen, werden künstliche, rückfettende Substanzen zugesetzt. Dazu kommen dann noch meist synthetische Farb- und Duftstoffe sowie Desinfektionsmittel, die den Schweiß- und Körpergeruch überdecken sollen.

Warum Naturseife?

Die Wirkung von Seife auf der Haut

Natürliche Seife löst überflüssiges Fett und Schmutz von der Hautoberfläche. Besonders dabei ist, dass die Naturseife nicht in tiefere Hautschichten vordringen kann. Denn unsere Haut quillt ein wenig auf, wenn sie mit Wasser und Naturseife in Verbindung kommt. Dadurch entsteht ein Schutz für die tieferen Hautschichten. So bleibt das von der Haut benötigte Eigenfett erhalten. Zusätzlich gepflegt wird die Haut durch die rückfettenden Bestandteile hochwertiger Naturseifen. 

Natürliche Seife ist so mild, dass sie auch für Babyhaut geeignet ist: vor allem, wenn sie viele pflegende Pflanzenöle enthält, um die zarte Kinderhaut nicht auszutrocknen.

Doch auch bei Naturseife ist der sparsame und bewusste Einsatz wichtig. Optimal für uns und unsere Umwelt ist es, die Haut nur dann mit Naturseife zu waschen, wenn wirklich Schmutz abgewaschen werden muss

Hier gibt es aktuell nur eine Ausnahme: das Händewaschen aus hygienischen Gründen. Warum und wie das Waschen der Hände mit Seife sogar Viren den Garaus machen kann, erfährst Du hier

Der Unterschied zwischen Seife und seifenfreiem Waschstück

Sie sehen sich zum Verwechseln ähnlich und sind doch etwas anderes: die Seife und das feste Waschstück. Beide reinigen sie. Doch ihre chemische Zusammensetzung unterscheidet sie.

Die Seife wird aus Öl und Lauge hergestellt. Sie kann flüssig oder fest sein. Naturseife ist immer basisch.

Das seifenfreie Waschstück sieht aus wie eine Seife. Es wird aber aus sogenannten waschaktiven Substanzen hergestellt, den Tensiden. Es ist sozusagen Duschgel oder Shampoo in fester Form. Feste Waschstücke wie festes Duschgel oder festes Shampoo haben einen ph-Wert im hautneutralen bis leicht saurem Bereich.

Handgemachte Naturseife

Naturseife mit Naturkosmetik-Siegel – sollte Seife zertifizierte Naturkosmetik sein?

Ob festes Waschstück, feste oder flüssige Naturseife – wichtig ist, dass sie natürlich und nachhaltig sind. Bei Seife, die eines der anerkannten Naturkosmetik-Siegel wie COSMOS, NATRUE, NCS, AUSTRIA-Bio oder USDA trägt, stimmt die Qualität für Dich und für die Umwelt gleichermaßen.

Zertifizierte Naturkosmetik-Seifen müssen klare Regeln einhalten. Die Naturkosmetik-Standards definieren genau, was bei den Inhaltsstoffen, dem Verseifungsprozess sowie dem gesamten Produktherstellungsprozess bis hin zur Verpackung beachtet werden muss. Die Einhaltung dieser Kriterien wird jedes Jahr von einem akkreditierten Zertifizierungsunternehmen geprüft.

Trägt eine Seife ein Naturkosmetik-Siegel, gibt es keine Zweifel mehr. Du hast dann eine Naturseife vor Dir, die nachweisbar natürlich und nachhaltig ist. Ist die Naturseife mit dem Bio-Level eines Naturkosmetik-Siegels ausgezeichnet, dann hast Du sogar eine Bio-Seife in der Hand.

Oft erklären vor allem kleine Seifen-Manufakturen, dass ihre handgemachten Seifen aus Kostengründen kein Naturkosmetik-Siegel tragen. Natürlich muss jede Manufaktur wissen, ob sie es ihren Kunden überlässt, im Zweifelsfall selbst zu recherchieren, INCI‘s zu checken und Fragen zu stellen. Doch kundenfreundlich und überzeugend finde ich das nicht. Wenn dagegen sofort ersichtlich ist, nach welchem Naturkosmetik-Regeln die Manufaktur arbeitet, können wir uns als Kunden sofort auf die individuellen Besonderheiten der Seifen konzentrieren und mit gutem Gewissen kaufen. Auch für kleine Marken gibt es heutzutage bezahlbare Naturkosmetik-Zertifizierungen, zum Beispiel das NCS (Natural Cosmetics Standard) Siegel.

Ich habe bei kleinen Seifen-Manufakturen ohne Naturkosmetik-Zertifizierung bisher leider oft fragwürdige Inhaltsstoffe gefunden. Es gibt aber auch auf den ersten Blick vertrauenswürdige Produkte. Eine in die Tiefe gehende Prüfung wie sie von den Naturkosmetik-Zertifizierern durchgeführt wird, ist beim Einkauf allerdings nicht machbar. Ich setze daher immer auf Seifen mit einem Naturkosmetik-Siegel.

Seife mit Palmöl? – ja, aber bitte nur mit RSPO Zertifizierung

Um konventionelles, umweltschädigendes Palmöl zu vermeiden, kannst Du beim Kauf von Naturseife auf die Inhaltsstoffliste der Seife achten. Einfacher und sicherer ist es aber, Naturseife mit einem Naturkosmetik-Siegel zu kaufen. Denn dann kannst Du sicher sein, dass wenn, dann nur RSPO-zertifiziertes Palmöl verwendet wird (RSPO – Roundtable on Sustainable Palm Oil).

Ist Naturseife vegan?

Naturseife kann vegan sein, muss es aber nicht. Werden nach dem Verseifen Pflegestoffe wie Milch oder Honig eingearbeitet, ist die Seife nicht mehr vegan.

Industriell hergestellte Seifen enthalten oft tierische Fette. Wenn Du dem aus dem Weg gehen möchtest, setze besser auf Naturseifen.

Auch die Gallseife ist von Natur aus nicht vegan. Sie bekommt ihr fleckenlösende Wirkung durch Rindergalle.

Gesichtsseife – Bio-Seife fürs Gesicht

Für die Reinigung der zarten Haut von Gesicht, Hals und Dekolleté sind besonders sanfte und gut rückfettende Naturseifen eine Wohltat. Das wären beispielsweise Sheabutterseife, Schafmilchseife, Olivenölseife, Alepposeife oder auch schwarze Seife. Diese Seifen eignen sich sehr gut für alle Hauttypen, besonders aber für normale bis sensible Haut.

Bei unreiner oder fetter Haut und Mischhaut kann Seife mit antibakteriellen Zusätzen ausgleichend wirken. Teebaumölseife, Salzseife oder Seife mit Aktivkohle, Thymian oder Pfefferminze sind hier sehr beliebt.

Naturseife für die Gesichtsreinigung sollte möglichst keine oder nur geringe Mengen an natürlichen ätherischen Ölen enthalten.

Das Naturtalent Seife fürs Gesicht

Wie verwende ich Bio-Seife für die Gesichtsreinigung?

Zuerst wird die Seife in den Händen gut aufgeschäumt. Dann den feinen Schaum auf Gesicht, Hals und Dekolleté verteilen und sanft massieren. Die pflegende Wirkung der Inhaltsstoffe wird verstärkt, wenn man den Seifenschaum dann ein wenig einwirken lässt.

Danach die Seife zuerst lauwarm, dann kalt abspülen.


Abends sollte der „Schmutz vom Tag“ auf jeden Fall mit einer sanften Seifenreinigung heruntergewaschen werden. Eine Seifenreinigung morgens ist meist nur bei fettiger Haut nötig, um die nächtlichen Stoffwechselprodukte der Haut zu entfernen.

Etwas in Vergessenheit geraten, aber sehr zu empfehlen, ist die Anwendung von Naturseife als Gesichtsmaske. Die Seife wird dafür mit einem Pinsel gut aufgeschäumt. Dann wird der Seifenschaum dick auf Gesicht, Hals und bei Bedarf auf das Dekolleté aufgetragen. Der Augenbereich wird dabei ausgespart. Die Seifenmaske sollte  mindestens drei Minuten einwirken – gerne aber auch länger. Dann erst mit lauwarmen anschließend mit kaltem Wasser abspülen und oder splashen. So eine Seifenmaske kann man ein bis zweimal wöchentlich machen.

Öl-Seifen-Reinigung

Die Öl-Seifen-Reinigung ist für mich DIE Lösung, um aus dem Gleichgewicht geratene Haut wieder in ihre Balance zu bringen. Das Ritual geht auf die ayurvedische Tradition der Reinigung mit Ölen und verschiedenen Erden zurück. Doch statt der Erden verwende ich dabei eine hochwertige Seife zum Entfernen des überschüssigen Öls von der Hautoberfläche.

Da es verschiedene Anwendungsweisen und spannende Besonderheiten dabei gibt, folgt auf Authentic Eco bald ein ausführlicher Blogpost speziell zu dieser Öl-Seifen-Reinigung.

Haare-Waschen mit Naturseife

Zero Waste Renaissance Naturseife

Anstelle von Shampoo können Kopfhaut und Haare auch mit hochwertiger Naturseife oder spezieller Haarseife gewaschen werden.

Dafür wir die Seife direkt auf der Kopfhaut aufgeschäumt und dann gut einmassiert. Das restliche Haar braucht nur mit Seife behandelt zu werden, wenn es wirklich schmutzig ist. Im Normalfall reicht die Kopfhautwäsche bereits aus, um auch die Haarlängen mit zu reinigen.

Nach dem Haarwaschen mit Seife ist eine Spülung mit einer sogenannten sauren Rinse wichtig. Für die Rinse wird ein Esslöffel Apfelessig oder Zitronensaft mit einem Liter kühlem Wasser gemischt. Sie spült die Seifenreste aus dem Haar und sorgt für einen schönen Glanz. Durch den leicht sauen ph-Wert der Rinse legt sich die feine äußere Schuppenschicht der einzelnen Hare wieder an. Dadurch wird das Haar später im trockenen Zustand gut kämmbar und glänzt.

Nach dem Haarwaschen werden Kopfhaut und Haar mit der Rinse durchgespült. Danach das Haar nicht mehr mit Wasser spülen, sondern nur noch sanft ausdrücken. 

Wie gut das Haarewaschen mit Haarseife gelingt, hängt vom individuellen Haarbedürfnis, der sauren Rinse und auch vom Härtegrad des Wassers ab. Manchmal ist ein wenig Experimentierzeit nötig, bis man die optimale Abstimmung gefunden hat.

Naturseife mit Herz für Haut und Unwelt

Feste Duschseife – die alltägliche Zero-Waste-Variante

Beim täglichen Duschen können feste Seifen einen wichtigen Beitrag  zur Nachhaltigkeit leisten. Wie schnell ist  doch immer die Tube Duschgel leer? Wie oft nimmt man einfach automatisch zu viel Duschgel oder flüssige Seife ?

Feste Seife in der Dusche ist super sparsam und hält oft monatelang. Sie hilft dabei, nicht mehr Seife zu verwenden als nötig ist. Trotzdem schäumt sie verführerisch.

Zum Rasieren ist Naturseife in der Dusche ebenfalls bestens geeignet. Wichtig ist es dabei lediglich, die Seife immer wieder gut trockenen zu lassen. Perfekt für die Dusche sind Seifen mit eingelassener Kordel oder Seifenmagnete geeignet.

Natürliche Peelingseife – die kleine Schwester der Duschseife

Natur-Peelingseifen enthalten als natürliche Peelingpartikel geriebene Pflanzenbestandteile oder Erden. Zum Einsatz kommen Kräuter, Kaffee, Samen, Nüsse, Getreide, Tonerden oder auch fein gemahlene Holzkohle. Diese Partikel helfen dabei, abgestoßene Hautzellen abzutragen. Eingebunden im Seifenschaum exfolieren sie die Haut ganz sanft.

Peelingseifen sollten nicht zu oft verwendet werden. Empfehlenswert ist ihre Anwendung ein- bis zweimal die Woche.

Rasierseife für die perfekte Nassrasur

Die Nassrasur mit Rasierpinsel und Naturseife ist heute ein besonderes Ritual. Fans schwören auf hochwertiges Zubehör. Ohne gute Rasierseife und hochwertigem Pinsel geht hier gar nichts! Optimal eignen sich milde Naturseifen, wie Olivenölseife oder Alepposeife, zum Nassrasieren.

Spezielle Rasierseifen mit ausgleichenden Pflegestoffen sind optimiert für die Nassrasur.  Manche Rasierseifen werden in einer Dose angeboten. So sind sie auch unterwegs sofort einsatzbereit.

Rasierseife als nachhaltige Aternative

Welche Naturseife ist die beste?

Die beste Naturseife besteht aus hochwertigen und natürlichen Inhaltsstoffen, ist biologisch abbaubar und passt genau zu Deinen Vorlieben. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. Dein Hauttyp, Dein Alter, die Wasserhärte in Deiner Region, Deine Lieblingsdüfte und ob Du lieber feste oder flüssige Seifen magst. Vielleicht ist es auch eine Kombination verschiedener Seifen?

Um die perfekte Naturseife zu finden, ist es hilfreich, die wichtigsten Seifenarten und ihre Besonderheiten zu kennen. Daher folgt jetzt ein kurzer Überblick:

Pflanzenseife

Natürliche Pflanzenseifen werden aus hochwertigen Pflanzenölen mit Lauge gekocht. Um besondere Pflegewirkungen zu erreichen, werden spezielle Ölen wie Arganöl, Pflanzenbutter wie Sheabutter, wertvolle Kräuter und ätherischen Ölen zugegeben. 

Pflanzenseife ist der Oberbegriff für alle folgenden Seifen.

Naturseife das Zero und Less Waste Produkt

Alepposeife

Die Alepposeife wird aus Olivenöl gekocht. Besonders wertvoll sind die Alepposeifen, die nach dem Verseifungsprozess mit Lorbeerbutter verfeinert werden. Sie werden daher auch Lorbeerseifen genannt. Die parfumfreien Alepposeifen haben ein sehr breites Anwendungsspektrum. Zum Waschen der Hände, der Haut und der Haare sind sie genauso beliebt wie zum Rasieren oder zum Reinigen im Haushalt und dem Wäschewaschen.

Marseiller Seife

Die traditionelle Marseiller Seife ist die europäische Variante der Alepposeife. Die klassische französische Bezeichnung der Marseiller Seife ist „Le Cube“ – der Würfel. Die dunkelgrünen Blöcke werden aus Olivenöl, die hellen Blöcke aus Palmkernöl hergestellt. Traditionell werden keine Duftstoffe zugesetzt – der Geruch des Oliven- bzw. Palmkernöls ist also deutlich wahrnehmbar. Die Marseiller Seife ist sehr vielseitig verwendbar.

Savon Noir & Grüne Seife

Die klassische grüne Seife ist flüssige Olivenölseife. In Frankreich ist sie unter dem Namen Savon Noir – schwarze oder dunkle Seife – in fast jeder Reinigungsmittelabteilung zu finden. Diese flüssige Olivenseife ist eine milde Basisseife, die leicht grünlich und dunkel schimmert. Sie kann universell eingesetzt werden: zur  Körperreinigung und auch als Allzweckmittel im Haushalt bis hin zum Hilfsstoff in der Bio-Gärtnerei.

Seifenflocken

Die Verwendung von Seifenflocken ist vor allem in Frankreich eine beliebte Tradition. Die Flocken werden meist aus Olivenseife hergestellt und in kleinen Leinensäckchen angeboten. Einfach ein paar Flocken ins Wischwasser gegeben und schon hat man ein Allzweck-Putzmittel! Mit Seifenflocken wird in Frankreich auch Wäsche gewaschen -, per Hand, aber auch in der Waschmaschine.

Schwarze Seife

Nicht zu verwechseln mit der dunkelgrünen, französischen Savon Noir ist die Black-Soap – die feste schwarze Seife. Sie ist tatsächlich schwarz und hat westafrikanische Wurzeln. Bekannt ist sie auch als Schwarze Seife Dudu Osun. Ihre schwarze Farbe entsteht durch die Seifenherstellung mit der Asche aus verbrannten Kakaoschalen und Palmenteilen. Zusätzlich enthält diese Seife oft Kokosöl, pflegende Sheabutter, Honig und Aloe Vera.

Schafsmilchseife

Schafsmilch ist als ausgleichender Zusatz in Seifen sehr beliebt. Schafsmilchseife hat einen fein-cremigen Schaum und wird gerne bei empfindlicher Haut verwendet. Sie ist auch eine sehr gute Gesichtsseife.

Salzseife

Salzseife oder Soleseife machen sich den hohen Mineralstoffgehalt des natürlich vorkommenden Sole-, Meer oder Steinsalzes zu Nutzen. Sie sind bekannt dafür, unreine Haut beim Klären zu unterstützen. Gleichzeitig sind sie beliebt zur Reinigung empfindlicher und trockener Haut.

Naturseife ist nachhaltig

Kernseife

Was bei unseren Großmüttern in jeden Hausgehalt gehörte, erlebt heute wieder ein Trend: die Kernseife.

Zunächst einmal ist die Kernseife eine Allzweckseife ohne Schnick-Schnack. Bei ihrer Produktion werden Öle oder Fette mit Natriumlauge verseift. Durch die Zugabe von Salz entsteht bei der Herstellung eine Seifenschicht, die härter ist als bei normaler Seife. Aus dieser Seifenmasse wir die Kernseife gewonnen. Weitere Zusätze sucht man vergeblich.

Bei der Herstellung von natürlicher Kernseife kommen heute nur noch Pflanzenöle und keine tierischen Fette mehr zum Einsatz. Kernseife ist durch ihre wenigen Basiszutaten für die meisten Menschen sehr gut verträglich. So wird sie gerne von Menschen mit Hautproblemen und sehr empfindlicher Haut verwendet. Als Allround-Seife ist sie in jedem Badezimmer und Haushalt eine nachhaltige und sinnvolle Lösung.

Wie lange halten Naturseifen?

Es heißt, dass eine feste Seife umso besser wird, je länger sie gelagert wird. Denn während die Seife lagert, reift sie. So lagern gute Naturseifen in der Regel sechs bis neun Monate, bevor sie in der Verkauf gehen. Lange gelagerte Seifen gelten als besonders hochwertig. Man erkennt sie u. a. daran, dass sie trockener als frische Seifen sind.

Auf Grund gesetzlicher Bestimmungen findet man in Deutschland auf allen angebotenen Seifen einen Verweis auf die Haltbarkeit. Dieses Datum bezieht sich auf die Haltbarkeit, die mindestens garantiert werden muss. Es handelt sich dabei also nicht um ein „Verfallsdatum“, nach dem die Seife entsorgt werden müsste!

Das richtige Seifenzubehör für die optimale Verwendungsdauer

Wie lange es dauert, bis eine Seife aufgebraucht ist, hängt nicht nur von ihrem Gebrauch, sondern auch von der Lagerung ab.

Wichtig ist es, die Seife nicht im Seifenwasser liegen zu lassen. Jede Naturseife muss zwischen den Anwendungen abtropfen und trockenen können. Für die perfekte Lagerung von Naturseife gibt es spezielle Seifenschalen mit Einsätzen, die das Seifenwasser abfließen lassen. Auch Seifenablagen mit einer Netzstruktur oder aus Luffa sind sinnvoll.

Mein Favorit ist der Seifenmagnet. Die Halterung besteht aus einem Saugnapf mit Magneten. Das Gegenstück zum Magneten ist eine kleine magnetische Platte mit Zacken, die in die Seife gedrückt wird. Die Seife hält durch den Magneten mit einem Klick sofort am Halter. Sie schwebt frei in der Luft und kann optimal trocknen.

Eine sinnvolle Variante für den Gebrauch in der Duschkabine sind Naturseifen mit eingelassener Kordel. Man kann Seifen auch einfilzen. Das sieht hübsch aus, produziert cremigen Schaum und sorgt für eine gute Lagerung.

Seifenreste sammle ich in einem kleinen Seifensäckchen. Dieses fungiert gleichzeitig als Waschlappen. So wird auch das letzte Stück Seife noch sinnvoll verwendet.

Naturseife im Urlaub, beim Campen und in der Natur

Es versteht sich wohl von selbst, dass biologisch nicht abbaubare Reinigungsmittel beim Campen in der Natur oder im Nationalpark tabu sind. Doch wie ist es mit Seife?

Naturseifen sind vollständig biologisch abbaubar. In unseren Kläranlagen ist das schnell erledigt. In der Regel sind dort bereits nach drei Tagen 99% der Seifen abgebaut. Dieser Abbau erfolgt auch in der freien Natur, dort allerdings wesentlich langsamer.

Seifenwasser ist außerdem für viele Wasserbewohner giftig. Daher ist es besser, sich nicht direkt im Fluss oder See mit Seife zu waschen. Will man auch Seife nicht verzichten, dann tut auch die klassische Waschschüssel an Land einen guten Dienst. Danach kann man das Seifenwasser in die Erde sickern lassen. Dort kann es besser abgebaut werden.

Ich empfehle trotzdem, in der freien Natur gar keine Seife zu verwenden – auch keine Naturseife.

Besser für alle und für die Umwelt ist es, sich einfach nur mit Wasser zu waschen. Reicht das nicht, dann sind einfaches Roggen-Vollkornmehl, Wascherden – wie Lavaerde oder Heilerde, oder selbst gemischte ayurvedische Waschmischungen aus verschiedenen Getreiden und Gewürzen die bessere Alternative.

Wo bekomme ich Naturseife?

Naturseifen gibt es fast überall zu kaufen. Sie sind zu finden in Drogerien, beim Diskounter, in Bio-Supermärkten, Fachgeschäften, auf Wochenmärkten und in diversen Onlineshops.

Eine besonders große Auswahl an Naturseifen und noch dazu versierte Beratung findet man in Naturkosmetikfachgeschäften, Biomärkten und auf Naturmärkten.

Um eine Seife zu finden, die wirklich natürlich und umweltfreundlich ist, solltest Du auf die Naturkosmetik-Siegel achten. Hat die Seife keine Zertifizierung, dann checke die Inhaltsstoffe und frage nach, wenn Du Dir unsicher bist.

Mein Tipps zu Bezugsquellen: folgen

Naturseife ist ein Allrounder für die Körpereinigung

Quellennachweis:

  • https://www.ndr.de/geschichte/Die-Geschichte-der-Seife,seife196.html#:~:text=Seife%2C%20wie%20wir%20sie%20heute,besonders%20feste%20Seifen%20zu%20gewinnen.
  • https://www.planet-schule.de/warum_chemie/seife/themenseiten/t3/s2.html
  • https://utopia.de/ratgeber/richtige-seife-finden/
  • https://www.klarseifen.de/blogs/news/ein-echtes-multitalent-kernseife-und-ihre-anwendungsmoglichkeiten
  • https://www.alepeo.de/produktion
  • https://heiligkreuzer-seife.ch/naturseife-ohne-palmoel-seifenwissen/sind-kaltgeruehrte-naturseifen-vollstaendig-biologisch-abbaubar/
  • http://www.wasser-wissen.de/abwasserlexikon/s/seife.htm
    gelesen, 08/21

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